Die Geschichte des Lindenauer Hafens

Schon Karl Heine hatte bereits die Idee, Leipzig an das mitteleuropäische Gewässernetz anzuschießen. Die Geschichte zum Lindenauer Hafen ist somit weit über 100 Jahre alt.

Geschichte

Nachdem zum Ende des 19. Jahrhunderts das Gewerbegebiet Plagwitz zum größten Teil erschlossen war, entstand die Vision, dieses neue Industrieviertel über Schiene, Straße und Wasser vom Stadtzentrum aus erreichbar zu machen.

Ernst Carl Erdmann Heine
Ernst Carl Erdmann Heine (10.01.1819 in Leipzig; † 25.08.1888 in Schleußig)

Im Jahr 1856, im Alter von 37 Jahren, begann Karl Heine mit dem Bau des ersten Teilstück des heute nach ihm benannten Kanals, der die Flüsse Weiße Elster und Saale miteinander verbinden sollte.

Nach ca. 8 Jahren Bauzeit wurde am 25.07.1864 der erste Abschnitt des Kanals eingeweiht.

Zwischen 1890 und 1898 baute man das vorerst letzte Teilstück, welches kurz vor dem Lindenauer Hafen endet. Der Kanal trägt heute den Namen seines Erbauers.
Ein weiterer Schritt, um die Vision einer Wasserstraße in den Leipziger Westen zu verwirklichen, waren die Arbeiten am Lindenauer Hafen in den JahrenKHK2 1938 bis 1943. Erbaut wurden in dieser Zeit die östliche Kaimauer und drei große Getreidespeicher.   Der Hafen sollte den Endpunkt des 1932 begonnenen Leipzig-Saale-Kanals bilden, durch den Leipzig über Saale und Elbe eine Wasserverbindung mit der Nord- und Ostsee erhalten hätte. Der Karl-Heine-Kanal war als Verlängerung des Leipzig-Saale-Kanals vom Hafen Lindenau in Richtung Innenstadt geplant. Infolge des Zweiten Weltkrieges wurden weder die beiden Kanäle noch der Hafen vollendet.
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In der Nachkriegszeit nahm man die Arbeiten an Kanal und Hafen nicht wieder auf. Die Getreidespeicher gingen jedoch bald in Betrieb und werden teilweise sogar noch heute genutzt. In Nachbarschaft zu den Speichern siedelten sich weitere Gewerbebetriebe an. Mit ihrer spezifischen Architektur sind die Speichergebäude eine weithin sichtbare Landmarke am Übergang zwischen Stadt und der Leipziger Tieflandsbucht.
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Das Hafenareal geriet in den Jahren 1998/99 erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit, als sich Leipzig für die Internationale Gartenbauausstellung bewarb. Der Lindenauer Hafen bot dafür ein ideales Gelände. Wichtige Elemente sind heute auch ohne die Ausstellung umgesetzt, vor allem im Stadtteil Grünau.
Konkreter wurden die Pläne um die Belebung des Hafengeländes mit der Olympia-Bewerbung für 2012. Der Lindenauer Hafen war als Standort für das olympische Dorf vorgesehen. Im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs entwickelten 50 Architekturbüros Entwürfe für neues, urbanes Wohnen am Wasser. Auch wenn Olympia 2012 nicht in Leipzig stattfand – der Impuls für die Entwicklung des Lindenauer Hafens ist geblieben. Die Stadt hat seitdem kontinuierlich an der Standortentwicklung des Hafengeländes gearbeitet.